In den Textwüsten des Internets bieten visuell gestaltete Artikel und Postings in Sozialen Medien eine angenehme Abwechslung. Die beiden bekanntesten Methoden dabei sind Sketchnotes und Mind Maps. Hier findest du die wichtigsten Fakten und ein paar Links dazu.

Außerdem erfährst Du ganz unten, welche Schreibprojekte ich mir für die kommenden Jahre vorgenommen habe. ;-)

Warum visuelle Notizen unserem Gehirn helfen

Wir sind ständig mit unserer Umwelt in Verbindung. Dabei leiten die Sinnesorgane Informationen an das Gehirn weiter. Bei uns Menschen passiert das zu einem großen Teil über die Augen. Wir nehmen ungefähr 83 Prozent unserer Sinneseindrücke über die Augen auf (11 Prozent über das Ohr, 4 Prozent über den Geruchssinn 3,5 Prozent mit dem Geschmackssinn, 1,5 Prozent mit dem Tastsinn). Visualisierungen lassen sich schnell aufnehmen und leicht verarbeiten, weil unser Hirn sozusagen einen direkten Draht zu den Augen hat.

Gehirn

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Der Picture Superiority Effect besagt, dass bei nur gehörten oder gelesenen Informationen nach drei Tagen noch zehn Prozent des Inhalts im Gedächtnis bleibt. Wenn diese Informationen von Bildern begleitet sind, kann man sich nach drei Tagen noch an 65 Prozent erinnern.

Was ist eine Sketchnote?

Bei einer Sketchnote machen wir visuelle Notizen mit Text und visuellen Elementen. Dazu gehören grafische Layouts, Piktogramme und Zeichnungen, Pfeile, Container und künstlerisch gestaltete Schriften. Mike Rohde hat dieses System ab 2003 erfunden, um auf Konferenzen bessere Notizen zu machen. Er machte seine Notizen in ein A5-Notizbuch.

Sketchnote
Quelle: Pheminific / CC BY-SA

Was ist eine Mind Map?

Bei einer Mind Map zeigt man die Beziehungen zwischen Punkten rund um ein zentrales Thema. Sie werden organisch dargestellt: Vom Thema im Zentrum verästeln sich die Unterbereiche. Es gibt dafür Programme wie Mindnode and iThoughts. Erfinder der Mind Maps ist der britische Psychologe Tony Buzan. Mind Maps sind seit den 1970er Jahren bekannt.

Wie man eine Mind Map zeichnet

  1. Du beginnst in der Mitte eines Blattes Papier, das quer vor dir liegt.
  2. Der Ausgangspunkt ist ein gezeichnetes Bild eines zentralen Begriffs.
  3. Arbeite mit Farben! Unser Gehirn findet Farben interessant.
  4. Vom Bild in der Mitte zeichnest du Hauptäste und beschriftest sie mit Unterbegriffen. Von den Hauptästen führen weitere Äste weiter. Das bildet die Art nach, wie unser Gehirn mit Assoziazionen arbeitet.
  5. Diese Äste sollten gekrümmt und nicht gerade sein.
  6. Setze ein Schlüsselwort auf jede Linie, keine ganzen Sätze! Einzelne Wörter lassen mehr Assoziazionen zu.
  7. Verwende so viele Bilder wie möglich: Ein Bild sagt schließlich mehr aus tausend Worte!

Mind Map Good Teacher
Quelle: Jinho Jung auf Flickr.com

Kann eine Sketchnote auch eine Mind Map sein?

Eine verbreitete Art von Sketchnotes hat ein radiales Layout: Von einem zentralen Punkt führen Speichen weg. Wenn so eine Sketchnote von einem zentralen Begriff ausgeht, kann sie zugleich eine Mind Map sein.

Es gibt aber auch radiale Sketchnotes, die keine Mind Maps sind. Der wesentliche Unterschied ist immer, dass Mind Maps hierarchisch gegliedert sind.

Welches System soll ich verwenden?

Rein praktisch ist es Geschmackssache, welches System du verwendest. Du kannst auch Zwischenformen einsetzen und visuelle Elemente aus den Sketchnotes in einer Mind Map einsetzen. Es kommt auch darauf an, ob du Verhältnisse darstellen oder Notizen machen willst.

Das folgende Bild zeigt eine Sketchnote, die ich gemacht habe, um verschiedene Möglichkeiten für meine Schreib-Projekte zu visualisieren:

Plan Schreib-Projekte Sketchnote

Die folgende Mind Map zeigt denselben Plan, nur eben hierarchisch gegliedert:

Plan Schreib-Projekte Mind Map

Streng nach Tony Buzans Methode müsste ich die Äste und nicht direkt die vier Unterpunkte beschriften. Für meine Bedürfnisse wirkt bei dieser Darstellung die Mind Map übersichtlicher als die Sketchnote - wobei diese selbstverständlich nicht optimal gestaltet ist und man jede Menge dran verbessern könnte.