Der Gedanke, dass ich in strategischen Computerspielen bessere Entscheidungen treffe und dabei gelassener bin als im realen Leben, kam mir eines Morgens vor ungefähr fünf Jahren...

Videospiel
Auch wir leben in einer seltsamen Welt voller Monster und Gefahren. Quelle: Pixabay


Ich bin nicht gut darin, große Entscheidungen zu treffen und quäle mich lange damit herum. Das geht wohl den meisten Menschen so. Bei strategischen Computerspielen (z. B. bei der Civilization-Reihe) komme ich leicht in einen Flow-Zustand und sehe Probleme als interessante Aufgaben. Vielleicht hilft der Abstand zum Geschehen auf dem PC, das ganze spielerisch zu sehen und dabei Freude am Spielen zu empfinden.

Der Mystiker Alan Watts sagte sehr treffend, dass unser Leben wie Musik oder wie ein Tanz ist: Nicht das Ergebnis zählt, sondern jeder einzelner Moment, sozusagen die Geschichte als ganze.

Der US-Blogger Mark Manson hat vor einiger Zeit einen Artikel zu ungefähr demselben Thema geschrieben. Für ihn geht es erst einmal darum, ein Level nach dem anderen (ähnlich wie die Maslowsche Bedürfnispyramide) abzuarbeiten und am Ende etwas Gutes zu Hinterlassen.

Die Einstellungen und ein paar Hilfsmittel, die dabei helfen sollen:

  1. Die volle Verantwortung übernehmen.
  2. Die eigenen Gedanken beobachten und alles Wichtige aufschreiben.
  3. Damit aufhören, sich ständig zu beklagen.
  4. Mit Tagträumen aufhören.
  5. Die eigenen wunden Punkte mit der Welt teilen.

Diese Übersetzung war recht sinngemäß, aber ich denke, dass dieser Ansatz einem dabei helfen kann, die eigenen Kräfte besser einzusetzen.

Noch etwas tiefer gehen die Gedanken eines anderen Bloggers, auf dessen Werk ich erst vor ein paar Monaten aufmerksam geworden bin: Jon Morrow leidet an einer Krankheit, die dazu führt, dass er nur sein Gesicht bewegen kann. Trotz dieser Einschränkung ist er eine Autorität auf dem Gebiet des Bloggens geworden und hat Millionen dabei verdient.

Einige Denkweisen, die ihm geholfen haben, seine Ziele zu erreichen, lauten:

1. Wenn du nicht gewinnen kannst, ändere die Regeln des Spiels
Er war als Behinderter auf die Hilfe des Staates angewiesen und konnte nur sehr wenig dazuverdienen. Er änderte seine Situation, indem er nach Mexiko übersiedelte und vorher ohne Bezahlung für eine große Blog-Plattform arbeitete, um Erfahrungen zu sammeln.

2. Schmerz hat auch einen großen Vorteil
Mit Schmerzen vertraut zu sein hilft uns, all die Widrigkeiten auf dem Weg zu unseren Zielen zu ertragen.

3. Bevor man einen Plan machen kann, der die Realität ändert, muss man sie vollkommen anerkennen.

4. Wenn das Leben dir einen Schlag versetzt, such nach Möglichkeiten für einen guten Konter.
Jon hatte als Schüler wenige Freunde, aber die Außenseiter, mit denen er zu tun hatte, brachten ihn dazu, mit dem Programmieren anzufangen.

5. Mutig sein ist einfach, wenn man sich die Alternativen vor Augen führt.
Bei ihm war das die realistische Möglichkeit, in ein staatliches Pflegeheim eingewiesen zu werden - ein Ort, an dem die Leute schnell sterben.

6. Mutige Schritte sind Auswege aus verrückten Situationen.
Drastische Schritte können wie die Taten eines Wahnsinnigen wirken, aber sie führen oft dazu, dass sich die Situation ändert.

7. Niemals, unter keine Umständen aufgeben!
Vieles lässt sich nämlich nur mit Geduld erreichen und Rückschläge sind meistens nicht so schlimm wie sie uns vorkommen.

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